Leitbild

Vorläufiges Leitbild der Kölner Interkulturellen Zentren

Schon seit 1979 fördert die Stadt Köln Ausländerzentren - heute Interkulturelle Zentren -, die mit ihren vielfältigen Angeboten einen bedeutenden Beitrag zur Integration von nach Köln zugewanderten Menschen leisten und damit in besonderer Weise zu einem friedlichen, gleichberechtigten Zusammenleben aller Bevölkerungsgruppen in Köln beitragen.

Die Arbeit der Zentren war immer auf die Bedürfnisse der Migrantinnen und Migranten ausgerichtet, die im Laufe der Zeit natürlich Änderungen unterworfen waren. Die Zentren haben sich dabei nicht auf die Herkunftskultur zurückgezogen, sondern sie haben sich im Gegenteil immer weiter geöffnet, so dass heute ein interkultureller Austausch stattfindet. Dieser Anspruch wird auch in der der Bezeichnung "Interkulturelle Zentren" deutlich. Dabei gibt es noch viel zu tun, bis alle in Köln lebenden Menschen gleiche Chancen in Schule, Ausbildung, Beruf und Freizeit haben.

Die Anerkennung und Förderung von Interkulturellen Zentren durch die Stadt Köln erfolgt nach der Richtlinie vom 29. Oktober 2007.

In diesem Rahmen hat der Arbeitskreis der Interkulturellen Zentren, in dem alle von der Stadt Köln anerkannten Interkulturellen Zentren vertreten sind, am 16. September 2009 ein "Vorläufiges Leitbild der Interkulturellen Zentren" verabschiedet. Das Leitbild beschreibt die Aufgabe der Interkulturellen Zentren und die Bedeutung der Zentrenarbeit für die Stadt Köln.

Das Leitbild wurde vom Arbeitskreis "Entwicklung und Leitbild Interkulturelle Zentren" erarbeitet. Daran beteiligt waren:

  • Atlant e. V.
  • Herr Dimitri Rempel
  • Caritasverband für die Stadt Köln e. V.,Herr Juan Vera-Rodriguez
  • Deutsch-Türkischer Verein Köln e. V., Frau Walburga Schürmann
  • Förderungs- & Bildungsgemeinschaft für Jugend- und Altenarbeit Vingst/Ostheim e. V. Vingster Treff
  • Frau Britta Hollmann
  • Weltmusik, Klezmer und Ästhetik Akademie Integrations- und Begegnungszentrum e. V.
  • Herr Professor Igor Epstein

Grundsätze der Zentrenarbeit

Die Bedeutung der Interkulturellen Zentren für das kulturelle und soziale Leben der Kölner Stadtgesellschaft lässt sich mit folgenden Grundsätzen zusammenfassen:

  • Fachlichkeit nutzen und entwickeln
    Die Zentren haben unterschiedliche Organisationsstrukturen und Kompetenzen. Sie werden getragen von haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. So leisten sie einen wesentlichen Beitrag zur fachlichen Qualität der Sozialarbeit, der Jugendarbeit, der Bildungsarbeit und Integrationsarbeit in der Stadt Köln.
  • Kulturelle Verschiedenheit
    Die Zentren symbolisieren positive kulturelle Verschiedenheit nicht nur, weil diese als Grundtatbestand der gesellschaftlichen Wirklichkeit gelten, sondern auch, weil sie vorteilhaft und produktiv sind.
  • Kulturelle Gleichwertigkeit - Pflege kultureller Besonderheiten
    Die Zentren arbeiten auf der Basis der kulturellen Gleichwertigkeit und gegenseitiger Toleranz. Mit ihren verschiedenen Programmen, Projekten und Aktivitäten stärken sie das Verständnis für kulturelle Besonderheiten. Die Verankerung in der eigenen Ethnie fördert das Selbstbewusstsein und die psychische Sicherheit der Individuen und schafft so die Voraussetzungen für die Offenheit gegenüber anderen kulturellen Gruppen, die Toleranz und interkulturelle Kontakte erst ermöglichen.

    Ein Kern von gemeinsamen Grundwerten und Grundregeln (Verfassung, Gesetze, gemeinsame Sprache) garantiert den Zusammenhalt des Ganzen und setzt der Verschiedenheit Grenzen. Die Grenzziehung zwischen Akzeptanz von Verschiedenheit und Notwendigkeit von Einheitlichkeit bleibt in einigen Punkten umstritten und ist ein wichtiger Bestandteil des politischen Diskurses.
  • Chancengleichheit
    Entscheidend für Chancengleichheit ist das Recht auf Teilhabe an der Gesamtgesellschaft. Herausforderung und Aufgabe für die Zentren bestehen darin, zwei Ziele gleichzeitig zu erreichen:

    Kulturelle Verschiedenheit zu erhalten und herkunftsbedingte soziale Ungleichheit abzubauen.

    Die Zentren mischen sich ein und ermöglichen Menschen, sich einzumischen.
  • Integration durch Partizipation
    Interkulturelle Stärke einer Gesellschaft entwickelt sich nicht von selbst, sondern bedarf des politischen Managements, der politischen Ermutigung und Förderung, bei dem die Migrantinnen und Migranten aktiv politisch beteiligt werden sollen. Wer will, dass Zugewanderte sich verantwortlich fühlen, muss Mitwirkung und gleichberechtigte Teilhabe ermöglichen. Die Zentren setzen sich dafür ein.

Auftrag der Zentren

Der Nutzen einer gelungenen Integration wird für alle Kölnerinnen und Kölner spürbar. Die Interkulturellen Zentren sehen hier ihren Auftrag als gesamtgesellschaftliche Aufgabe.

  • Sie fördern und fordern Integration in allen Aufgabenbereichen kommunaler Politikfelder.
  • Sie schaffen Möglichkeiten zur Teilhabe am kommunalen Leben und Übernahme von Verantwortung für alle.
  • Sie stärken Kontakt und Kommunikation unter den Menschen und bauen Vorurteile ab.
  • Sie machen Integration als wechselseitigen Prozess erfahrbar, für den alle Kölnerinnen und Kölner mitverantwortlich sind.
  • Sie vermitteln die Herkunftskulturen an einen breiten Kreis der Stadtbevölkerung.
  • Sie leisten praktische Hilfe zur Selbsthilfe.

Die Interkulturellen Zentren tragen dazu bei, dass jede kulturelle Gruppe - wie die Steinchen beziehungsweiese Teile eines Mosaiks - ihre spezifische Farbe oder Form erhalten soll. Alle Gruppen zusammen formieren sich dann mit ihren Besonderheiten zu einem bunten und vielgestaltigen gesamtgesellschaftlichen Bild.

Weitere Informationen

Eine Übersicht aller Interkulturellen Zentren in Köln finden Sie hier.